Haupthalle im Palacio Carolina Marin

¡Ole! Brühler Shuttler bei der Senioren-WM in Spanien

Nachdem die geplante Veranstaltung in Zadar ein weiteres Opfer der Pandemie wurde, fanden als Event der Superlative die BWF World Senior Badminton Championships 2021 in Huelva statt, immerhin die Heimatstadt der lebenden Legende Carolina Marín (ihr Motto lautet bekanntlich: "Puedo porque pienso que puedo"). Insgesamt nahmen laut offiziellen Angaben 1338 Aktive aus 49 Ländern teil. Das Turnier beinhaltete alle Disziplinen in acht Altersklassen +35, +40, … , +75. Aus den Reihen des BTV war Jutta Heimann-Feldhoff nominiert. Timo Dahlbüdding, Mitglied und früherer Mannschaftsspieler in der „Ersten“ beim BTV, aktiv beim VFL Eintracht Hagen, hatte sich ebenfalls für das Turnier qualifiziert.

Angesichts der schwierigen Vorbedingungen (Einreise nur mit PCR-Test, hakeliges Einreiseformular) reisten beide mit gemischten Gefühlen an. Doch diese erwiesen sich weitgehend als unbegründet. Das Hygienekonzept des Megaturniers war gut und praktikabel, auf Tribüne und am Rand des Feldes herrschte Maskenpflicht, was von allen akzeptiert und befolgt wurde. Es war eine sehr professionelle Ausrichtung in einer lebhaften Atmosphäre, vor allem verstärkt durch viele Schulkinder, die vormittags auf den Rängen hoffentlich ihre Begeisterung für den schnellsten Racketsport der Welt entdeckten. 

Volle Konzentration beim Netzspiel (Foto: Pascal Histel)

Jutta startete in allen drei Disziplinen (MX, DD, DE). Im Mixed gab es eine etwas unglückliche Auslosung, da sie mit Ihrem Partner Dietmar Hechler in der ersten Runde gegen die an 3/4 Gesetzten Jens Dall-Hansen und Birte Bach-Steffensen antreten musste. Das eingespielte Duo aus Dänemark erwies sich als unlösbare Aufgabe. „Vor allem Dall-Hansen spielte geschickt in alle Ecken und machte viel Druck. Trotzdem hat es Spaß gemacht, den ein oder anderen Punkt schön herausgespielt zu haben“ so Jutta.

Im Doppel mit Erika Kämmerer ging es dank Freilos und Walkover direkt ins Viertelfinale. Die Gegnerinnen, ein gut eingespieltes Duo aus Finnland, schlugen sehr gut auf und profitierten zudem von vielen leichten Fehlern. Der zweite Satz lief zuerst ausgeglichen, dann konnten die beiden Finninnen aber wieder einen deutlichen Vorsprung herausarbeiten und gewannen mit 21:5 und 21:12.

Im Dameneinzel war die erste Gegnerin Christiane Kasel. Der erste Satz verlief zunächst ausgeglichen. Bald wurde Jutta klar, dass sie die Gegnerin mit langen Bällen unter Druck setzen und das Spiel bestimmen konnte. Der erste Satz endete 21: 13, der zweite verlief mit der Taktik deutlicher mit 21:5. Das zweite Spiel gegen Narmada Nomula aus Indien war eine leichtere Aufgabe, da die Gegnerin zwar schöne Drops spielte, aber wenig Laufarbeit zeigte, sodass ein kurzes Ablegen in der Regel zum Punktgewinn führte. Nach diesen gut zu bewältigenden Aufgaben stoppte im Viertelfinale Top Seed Svetlana Zilberman aus Israel den Lauf. Jutta nimmt das sportlich: „Ich gestehe, dass ich es als Ehre empfand, überhaupt einmal gegen sie antreten zu dürfen. Mein Ziel, in jedem Satz mindestens fünf Punkte zu erreichen, gelang nicht. Respekt vor dieser Ausnahmespielerin, die auch gegen alle weiteren Gegnerinnen bis ins Endspiel jeden Satz einstellig gewann. Ihr Können ist einfach zu groß, sie macht praktisch keine Fehler.“

Timo startete im HE und HD in der stark besetzten Altersklasse +35. Im ersten Einzel traf er auf Akash Sethi aus Indien. Dabei war es wichtig, gut reinzukommen, sich mit der Halle und den Bällen vertraut zu machen. „Das hat in Summe sehr gut geklappt, habe ihn gut bewegt und die Linien recht gut getroffen“, sagt Timo. In der 2. Runde war der an 5/8 gesetze Andrew Aspinal aus England der Gegner. In einem spannenden und laufintensiven Spiel, das man – wie fast alle Begegnungen – im Livestream auf Youtube verfolgen konnte, hatte Timo im dritten Satz bei 20:19 einen Matchball, gab aber die nächsten drei Punkte unglücklich ab. „Mir fehlte im entscheidenden Moment die Wettkampfpraxis, da ich die letzten 2,5 Jahre nicht mehr auf so einem Niveau gespielt habe“, stellt Timo bedauernd fest. Hier wäre bei einem Sieg in Runde 2 durchaus auch das Viertelfinale drin gewesen.

Timo Dahlbüdding

Im Herrendoppel spielte Timo das erste Mal mit Fabian Disic. Nach Freilos in Runde 1 mussten die Beiden sich in Runde 2 gegen die französisch-belgische Paarung Robas/Van den Branden erst aufeinander einstellen, konnten aber in den entscheidenden Momenten punkten und so gewinnen (21:19, 22:20). In Runde 3 trafen sie wieder auf Andrew Aspinal, der mit seinem Partner Mark Law einen sicheren und spielstarken Eindruck machte. Nach einigem Auf und Ab konnten sich Timo und Fabian leider nicht durchsetzen und verloren in zwei Sätzen (17:21, 15:21).
 
Timo und Jutta, die bereits 2018 in Guadalajara bei der Senioren-EM dabei waren, ziehen ein sehr positives Fazit. „Es war vor allem wieder der Teamgeist der 120 deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die besondere Wettkampfatmosphäre, die diese Tage zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben“, sagt Jutta. „Es bleibt die Erinnerung an freundliche Begegnungen mit Menschen aus vielen Ländern, die man wiedergetroffen hat oder neu kennenlernen durfte und die das Interesse an unserem Sport bis ins hohe Alter so begeistert teilen wie man selbst.“ 

Auch Timo lobt die professionelle Organisation des Turniers und den angenehmen Aufenthalt im Turnierhotel: „Hier konnte man gut abschalten und sich vorbereiten. Ich habe diese Zeit sehr genossen.“

Das nächste Ziel ist die Teilnahme an der EM im August 2022 in Ljubljana/Slowenien und dazu wird beim BTV bereits wieder fleißig trainiert.

Übrigens: Auch bei der nachfolgenden 22. Weltmeisterschaft war der BTV vertreten, diesmal im Schiedsgericht durch Conny Schröder, die gewohnt souverän ihre Matches leitete. 

In diesem Sinne: Love all - Play!

Text: Michael Aubermann
Bilder: Jutta Heimann-Feldhoff, Timo Dahlbüdding, Pascal Histel

 

Brühler Turnverein 1879 e.V.
Von-Wied-Str. 2, 50321 Brühl
Tel. +49 (0) 2232 - 50 10 50
Fax +49 (0) 2232 - 50 10 599
www.btvonline.de